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Kulinarischer Adventskalender 02

Manchmal muss man einen, manchmal einige Schritt zurück gehen, um den Überblick nicht zu verlieren.

 

Sagen wir ehrlicherweise, in den ersten Jahren machten wir keinen Schritt zurück. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen hatten wir den Verdacht, dass wir mit dem Rücken zum Abgrund standen. Hinter uns ginge es nur bergab (das stellte sich Jahre später als notwendig hochtrabende Dramatisierung heraus). Gemeinhin ist bekannt, dass der Sturz vom Überblick etwa so weit entfernt ist wie das Konkrete vom Abstrakten - etwa, es gibt Übergänge. Zurück also ging es nicht und vor uns türmte sich ein Gebirge, dessen Vermessung noch ausstand, die unsere Aufgabe wurde. Wir blickten auf das vor uns Liegende und stießen mit der Stirn an dieses Gebirge, das wir uns ausgesucht hatten (auch hier diagnostizierten wir Jahre später: notwendig hochtrabende Dramatisierung). Zur Landvermessung ging es also. Wir zogen los mit einfacher Ausrüstung, nahezu romantisch würden milde Stimmen sagen, naiv wählen schärfere Zungen. Beides würde stimmen. Beides sind mächtige Winde in die Segel der sich auf die Reise begebenden Gastronauten. Es geht also vorwärtsimmer, das Gebirge hinauf, manchmal durch es hindurch. Schrammen - pah, das waren keine Verletzungen, die waren unser verbrieftes Vorrecht, Auszeichnungen, die wir stolz herzeigten, als hätte sie jemand sehen wollen. So wuchs mit dem Schritt uns der Weg zu und überwanden wir Fels, Stein, Geröll, Kiesel. Es nötigte uns der Kiesel manches Mal einen größeren Kraftakt ab, als der Fels. Jedes Plateau begrüßten wir als Gipfel und schrieen vor Freude - prosteten protzig nach unten, von wo wir kamen. Kleinlaut wurden wir bei der Entdeckung der Verwechselung. Das Plateau war nicht der Gipfel, das Gebirge längst nicht vermessen - entdeckten wir die ‚Mühen der Ebene‘, waren wir umgeben von Land, stand vor uns erneut der Aufstieg zum Gipfel.

 

Manchmal muss man einen Schritt (Ehrgeizige nehmen einen Sprung) vorwärts gehen, um den Überblick nicht zu verlieren.



KArotten Walnuss Kuchen MIT Frischkäse-fROSTING

Zutaten für eine 28-er Springform

 

Für den Teig:

600 g Möhren fein gerieben

375 g Mehl

2 Päckchen Backpulver

300 g Zucker

2 Päckchen Vanillezucker

75 g Tate+Lyle Dark Brown Soft Sugar Dunkler weicher Zucker

150 ml Oliven-Öl

225 g geschmolzene Butter (für die vegane Variante Margarine)

6 Eier M (für die vegane Variante 300 g Apfelmus)

 1,5 TL Zimt oder eine Lebkuchen-Gewürzmischung mit Muskat, Nelke, Zimt, Kardamom)

1 Orange (den Abrieb; die Orange einfach in den Glühwein geben oder auspressen und trinken)

150 g geröstete und dann gemahlene Mandeln und wer etwa Biss im Kuchen mag, hackt die Mandeln

150 g geröstete und dann gehackte Walnüsse (ein paar für die Deko aufbewahren)

 

Für das Frosting:

150 g Butter (für die vegane Variante Margarine)

250 g Frischkäse oder Mascarpone (veganen Frischkäse nehmen und etwas Agar-Agar Pulver)

300 g Puderzucker

Zitronensaft von 1 Zitrone

Abrieb von 1 Zitrone

 

Für die Dekoration:

Essbare Blumen (sieht schön aus, ist aber nicht nötig)

Kürbiskerne gemahlen

Kürbiskerne geröstet und grob gehackt

Walnüsse geröstet und gehackt.#

 

FÜR DEN TEIG

  • Zucker und Eier/ Apfelmus schaumig schlagen
  • Butter/Margarine dazu geben 
  • Öl dazugeben
  • Gewürze, Möhren, Orangenabrieb dazu geben
  • Nüsse unterheben

Beim Backen des Teiges müsst ihr ein wenig Euren Ofen kennen. Wer schonmal einen Rührkuchen im eigenen Ofen gebacken hat, weiß wie der etwa tickt. Manchmal sind Öfen kleine Prinzessinnen und manchmal gute Partner. Egal wie, sie mögen es, wenn ihre Eigenarten respektiert werden. Generell ist ein Richtwert von 180 Grad Ober- und Unterhitze. Etwa 40min wird der Teig gebacken. Mit einem Holzstäbchen überprüft ihr, ob er durch ist. Ein wenig darf am Holz hängen bleiben. Wir lieben den Kuchen, wenn er saftig und fast ein wenig zu feucht ist. Es hat auch uns einige Anläufe gekostet (im doppelten Sinne), das Timing zu perfektionieren. Wenn der Kuchen nicht richtig durch ist, dann schiebt ihn nochmal kurz in den Ofen! Das Topping kann den Probeanschnnitt gut kaschieren.

Beim Teig ist der Geschmack des braunen Zuckers extrem wichtig - ein malziger brauner Zucker ist hier ein wunderbarer Spieler.

Der Teig muss abkühlen, bevor das Frosting darauf kommt.

 

FÜR DAS FROSTING

  • Butter  (oder für vegane Alternative die Margarine: hier etwas weniger lang mixen) mixen, bis sie weiß wird
  •  200 g Puderzucker  darunter mixen, bis die Masse erneut weiß wird
  • restliche 100 g Puderzucker dazugeben
  • Zitronenabrieb und Zitronensaft unterheben
  • kalten Frischkäse unterheben

Den Frischkäse hebt ihr am Besten mit den Händen relativ flott unter. Er muss einfach gut untergehoben sein. Wenn ihr hier mit dem Mixer weiterarbeitet, wird das Frosting leicht viel zu flüssig. Das wäre hier ärgerlich, da das Frosting dann auf dem gebackenen Teig nicht hält! Das Frosting könnt ihr auch so in etwa anfangen, wenn der Kuchen noch lauwarm ist. Stellt es dann in der Schüssel einfach in den Kühlschrank. Es zieht gut an bis ihr es braucht und lässt sich dann sehr gut verarbeiten.

 

Das Frosting auf dem Teig verteilen - nehmt eine Palette oder einen Löffel oder einen Teigschaber - jede/r hat ein Lieblingstool. Dekoriert nach Belieben - geduldet Euch noch ein halbes Stündchen und lasst das Kunstwerk etwas  in Kühlschrank ruhen - es lohnt sich, wirklich! Und von Tag zu Tag wird es sogar noch etwas besser. Keine Frage - solange bleibt kaum etwas übrig.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Klara Korn (Donnerstag, 03 Dezember 2020 09:44)

    Lecker! Das Rezept kommt auf die Dezemberliste. Der Adventskalender ist eine tolle Aktion - bin gespannt, was noch kommt.

Restaurant Bastard

Reichenberger Str 122

10999 Berlin

 

+49 30 548 21 866

 

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